Der Arbeitsspeicher ist eine der wichtigsten Komponenten in vielen elektronischen Geräten, weshalb die Hersteller ständig an seiner Verbesserung arbeiten. Wissenschaftler der Tsinghua-Universität in China haben einen vielleicht ungewöhnlichen, aber sehr großen Schritt in diese Richtung gemacht: Sie haben den ersten Arbeitsspeicher aus seltenen Metallen, FlexRAM genannt, entwickelt.

Das im Internet veröffentlichte Bild sieht etwas abstrakt aus, zeigt aber nach Angaben der Wissenschaftler einen Seltenmetall-RAM. Es besteht aus flüssigen Galliumtröpfchen zur Speicherung von binären 1/0-Speicherwerten, die in einem dehnbaren Biopolymer namens Ecoflex untergebracht sind.

FlexRAM RAM in einem Hydrogel. Foto: Tsinghua-Universität

Einer der Autoren des Projekts erklärte, dass die bisherigen Entwicklungen die Grundlage für künftige fortschrittlichere Softroboter bilden und auch die Basis für Gehirn-Computer-Systeme sein könnten. Die praktische Anwendung von Seltenen-Metall-Gedächtnissen ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Die aktuelle Version von FlexRAM besteht aus acht Speicherblöcken, die mit einem einzigen Datenbyte arbeiten können, was nicht mit modernen RAM-Modellen vereinbar ist. Und heutzutage ist flüssiger Arbeitsspeicher nur für 3500 Zyklen ausgelegt, nicht für Millionen.

Trotz aller offensichtlichen Nachteile haben chinesische Wissenschaftler einen echten Durchbruch in der RAM-Technologie erzielt, der die Zukunft einen Schritt näher bringt.